ZenNews24› Wirtschaft› RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber … Wirtschaft RWE strebt Mehrheit an Übertragungsnetzbetreiber Amprion an RWE will Amprion-Mehrheit für 3,6 Milliarden Euro übernehmen – ein strategischer Gamechanger für die deutsche Energiewende. Von ZenNews24 Redaktion 23.06.2026, 06:49 Uhr 3 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Zu diesem ThemaEnergiewende →Betrifft: Verbraucher · UnternehmenIn KürzeRWE plant die Übernahme einer Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion für etwa 3,6 Milliarden Euro.Amprion betreibt eines der vier Übertragungsnetze in Deutschland und ist zentral für die Verteilung von Strom aus erneuerbaren Energien.Die Transaktion bedarf der Zustimmung der Bundesnetzagentur und der Kartellbehörden. Der Energiekonzern RWE plant einen strategischen Großschritt: Das Unternehmen strebt die Mehrheitsübernahme des Übertragungsnetzbetreibers Amprion an und will dafür rund 3,6 Milliarden Euro investieren. Die geplante Akquisition ist ein bedeutsamer Schritt in der deutschen Energiewende und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Netzbetreibern für die Transformation des Energiesystems. Amprion betreibt eines der vier großen Übertragungsnetze in Deutschland und ist damit ein zentraler Akteur bei der Verteilung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Noch steht die Transaktion unter regulatorischem Vorbehalt – die Bundesnetzagentur sowie kartellrechtliche Behörden müssen dem Vorhaben zustimmen. Die Übernahmeabsicht steht im Kontext einer grundlegenden Umstrukturierung der deutschen Energiewirtschaft. Während Stromerzeugung und Vertrieb zunehmend liberalisiert wurden, bleiben Übertragungsnetze eine wesentliche Infrastruktur, deren Bedeutung mit dem Ausbau von Wind- und Solarenergie kontinuierlich wächst. RWE hat sich in den vergangenen Jahren schrittweise aus dem Kohlegeschäft zurückgezogen und positioniert sich als integrierter Energiekonzern mit Fokus auf erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur. Mit der angestrebten Amprion-Mehrheit würde das Unternehmen seine Kontrolle über kritische Teile der deutschen Stromversorgung deutlich ausbauen – ein Schritt, der regulatorisch und wettbewerbsrechtlich genau beobachtet werden dürfte. ▶ Auf einen BlickRWE will Amprion übernehmen, um seine Netzinfrastruktur zu stärken.Die Akquisition ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende in Deutschland.Die Zustimmung der Behörden ist noch erforderlich für die Transaktion. Strategische Bedeutung von Amprion für die Energiewende Amprion ist einer der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland – neben 50Hertz, TenneT und TransnetBW – und verantwortlich für den Transport von Strom über weite Distanzen auf Höchstspannungsebene. Das Netz erstreckt sich über weite Teile des westlichen und südlichen Deutschlands und verbindet Erzeugungsanlagen mit Verbrauchern sowie mit Nachbarländern. Amprion betreibt nach eigenen Angaben rund 11.000 Kilometer Hochspannungsleitungen und gilt als systemkritischer Akteur der deutschen Stromversorgung. ZenNews24 auf YouTube Die Rolle von Übertragungsnetzbetreibern wächst mit der fortschreitenden Energiewende erheblich. Der massive Ausbau von Wind- und Solarenergie erfordert eine flexible und leistungsfähige Netzinfrastruktur, die Strom von dezentralen Erzeugungsanlagen zu den Verbrauchszentren transportiert. Gleichzeitig müssen die Netze für neue Technologien wie Power-to-Gas-Anlagen, Elektromobilität und Wärmepumpen ertüchtigt werden. Amprion investiert eigenen Angaben zufolge Milliardensummen in Modernisierung und Ausbau – konkrete geprüfte Investitionszahlen für den Planungszeitraum bis 2030 lagen zum Redaktionsschluss jedoch nicht unabhängig verifiziert vor. RWE begründet sein Interesse mit der strategischen Notwendigkeit, die Energiewende aktiv mitzugestalten. Ein integriertes Geschäftsmodell, das Erzeugung, Netzinfrastruktur und perspektivisch auch Speicherlösungen umfasst, verspricht dem Konzern mehr Kontrolle über seine Wertschöpfungskette. Kritiker hingegen warnen: Wenn ein Energieproduzent zugleich das Netz kontrolliert, über das sein Strom transportiert wird, entstehen strukturelle Interessenkonflikte – trotz bestehender regulatorischer Entflechtungsvorschriften (Unbundling).📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Finanzielle Dimension und Marktauswirkungen Kennzahl Amprion 2023 RWE Gesamtkonzern 2023 Einordnung Umsatz ca. 2,4 Mrd. Euro ca. 28,6 Mrd. Euro* Amprion entspricht ca. 8 % des RWE-Umsatzes Betriebsergebnis (EBIT) ca. 820 Mio. Euro ca. 5,8 Mrd. Euro* Amprion steht für ca. 14 % des Konzern-EBIT Netzlänge ca. 11.000 km – Systemkritische Infrastruktur West-/Süddeutschland Geplantes Investitionsvolumen (Übernahme) 3,6 Mrd. Euro ca. 8–9 Mrd. Euro jährlich (Capex) Entspricht ca. 40–45 % eines Jahres-Capex von RWE Regulierte Eigenkapitalverzinsung (Bundesnetzagentur) ca. 5,07 % (Periode 2024–2028) – Planbare Basisrendite auf reguliertes Anlagevermögen *Hinweis: Die im Originalentwurf genannten RWE-Umsatz- und Ergebniszahlen (54,8 Mrd. bzw. 6,2 Mrd. Euro) wurden redaktionell angepasst. RWE wies für das Geschäftsjahr 2023 laut veröffentlichtem Jahresbericht einen Außenumsatz von rund 28,6 Milliarden Euro aus; der höhere Wert im Entwurf beruhte offenkundig auf einer Verwechslung mit Brutto- oder Handelsumsätzen, die nicht vergleichbar sind. Die Prozentzahlen in der ursprünglichen Tabellenspalte „Veränderung" waren ohne Bezugsjahr und Vergleichswert nicht nachvollziehbar und wurden entfernt. Das Investitionsvolumen von 3,6 Milliarden Euro stellt für RWE eine erhebliche, aber aus heutiger Sicht finanzierbare Ausgabe dar. Der Konzern verfügt über einen soliden Cashflow und hat seine Bilanz in den vergangenen Jahren stabilisiert. Die hohe Bewertung von Amprion reflektiert das begrenzte Angebot regulierter Infrastrukturassets und die stabile, planbare Rendite, die sie bieten – Eigenschaften, die institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Infrastrukturfonds seit Jahren anziehen. Ob RWE das Vorhaben wie geplant umsetzen kann, hängt maßgeblich von den anstehenden Genehmigungsverfahren ab. Bundesnetzagentur und Kartellbehörden werden nicht nur die Wettbewerbsauswirkungen prüfen, sondern auch, ob die bestehenden Unbundling-Regeln einer Mehrheitsbeteiligung eines integrierten Energiekonzerns an einem Übertragungsnetzbetreiber entgegenstehen. Gelingt die Transaktion, dürfte sie Signalwirkung für die gesamte Branche entfalten – und die Debatte über die Eigentümerstruktur kritischer Energieinfrastruktur in Deutschland neu entfachen. Mehr zum Thema500 Milliarden auf Pump: Was die Wirtschaftsweisen wirklich zum Schuldenpaket sagenFachkräftemangel kostet Deutschland MilliardenEnergie: Schleppender Netzausbau blockiert Investitionen von 100 Milliarden Euro EinordnungDie Übernahme von Amprion durch RWE verstärkt die Bedeutung von Netzbetreibern für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Transformation des deutschen Stromsystems. Die Transaktion wird die regulatorischen und wettbewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen im Energiesektor prägen. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Mehr zum ThemaKlimavor 19 TagenVerbrenner-Aus gekippt: Das ändert sich für AutokäuferSportvor 4 Std.Todefall beim New-York-MarathonDigitalvor 16 Std.GTA 6 Preload startet am 12. NovemberGesellschaftgesternRentner bekommen 2027 bis zu 4,1 Prozent mehr Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 wirtschaft Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. 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