ZenNews24› Klima› PFAS: Trinkwasserversorger warnen vor Kostenexplo… Klima PFAS: Trinkwasserversorger warnen vor Kostenexplosion für die Reinigung Trinkwasserversorger warnen: PFAS-Chemikalien belasten Grundwasser – und die Reinigung könnte Milliarden kosten. Von ZenNews24 Redaktion 12.06.2026, 06:46 Uhr 4 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Zu diesem ThemaWasserkrise Europa ↓Verbraucherschutz & Produktsicherheit ↑Betrifft: Verbraucher · Hausbesitzer · MieterIn Kürze20-30% der deutschen Trinkwassergewinnungsgebiete sind PFAS-belastet oder gefährdet.Aufbereitung kostet 0,50-2,00 Euro pro Kubikmeter; jährliche Steigerung für Haushalte: 50-150 Euro.PFAS-Chemikalien aus Industrie belasten Böden und Grundwasser – schwer abbaubar und gesundheitsschädlich. Die Trinkwasserversorger in Deutschland schlagen Alarm: Die Kosten für die Entfernung sogenannter PFAS-Chemikalien aus dem Trinkwasser könnten sich in den kommenden Jahren drastisch erhöhen. Einer aktuellen Studie zufolge müssen Wasserwerke mit erheblichen Investitionen rechnen, um diese persistenten Stoffe herauszufiltern. PFAS – die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – gelten als besonders problematisch, weil sie in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden und zahlreiche Varianten nachweislich gesundheitliche Risiken bergen. Die Chemikaliengruppe wird seit Jahrzehnten in der Industrie eingesetzt – etwa in Antihaftbeschichtungen, Schaumstoff-Feuerlöschmitteln und der Textilindustrie. Inzwischen kontaminieren PFAS zunehmend Böden und Grundwasser, was die Trinkwasserversorgung in vielen Regionen Deutschlands vor ernste Herausforderungen stellt. Die Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW) warnt vor einer erheblichen Kostensteigerung, die Millionen Haushalte treffen könnte. ▶ Auf einen BlickTrinkwasserversorger warnen vor enormen Kosten für PFAS-Reinigung.Studie zeigt, dass 20-30% der Wasserquellen PFAS-belastet sind.Kosten für Haushalte könnten um 50-150 Euro steigen. PFAS-Belastung in Zahlen: Schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der deutschen Trinkwassergewinnungsgebiete weisen messbare PFAS-Belastungen auf oder sind gefährdet – Angaben von 50 bis 70 Prozent sind derzeit nicht durch bundesweite Erhebungen belegt. Die Aufbereitung eines Kubikmeters Wasser mittels Aktivkohle oder Umkehrosmose verursacht Mehrkosten von rund 0,50 bis 2,00 Euro. Für einen Vier-Personen-Haushalt könnten die jährlichen Wasserkosten um 50 bis 150 Euro steigen. PFAS-Produktion und -Entsorgung verursachen zudem indirekte Treibhausgasemissionen: Die energieintensive Herstellung fluorierter Verbindungen ist für einen relevanten Anteil industrieller CO₂-Emissionen verantwortlich; präzise Gesamtbilanzen werden derzeit noch erarbeitet. Was sind PFAS und warum sind sie so problematisch? PFAS sind synthetisch hergestellte Chemikalien mit extrem stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Diese Eigenschaft macht sie für viele industrielle Anwendungen wertvoll, verhindert aber gleichzeitig ihren biologischen Abbau. Wissenschaftler bezeichnen sie deshalb als „ewige Chemikalien" – einmal freigesetzt, verbleiben sie dauerhaft in der Umwelt. Die Stoffe reichern sich im menschlichen Gewebe und über die Nahrungskette an. Mehrere PFAS-Varianten stehen unter dem Verdacht, krebserregend zu wirken, die Immunabwehr zu schwächen und die Reproduktionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Besonders die langkettigen Verbindungen PFOA und PFOS gelten als gesundheitsgefährlich und sind in der EU bereits weitgehend verboten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für eine Gruppe von vier besonders verbreiteten PFAS-Verbindungen einen tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmewert von 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Die EU-Kommission arbeitet an einer umfassenden PFAS-Beschränkung im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH, die eine Vielzahl von Anwendungen betreffen würde. Das Video „PFAS im Trinkwasser: Sorge um Familien in Schleswig-Holstein | NDR Inf..." von NDR Info beleuchtet den Hintergrund zu diesem Thema. Es bietet klimabezogene Einblicke, die den Artikel mit visuellem Material ergänzen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Die Kontamination der Gewässer wurde in vielen Ländern erst spät erkannt. Besonders betroffen sind Regionen mit intensiver Landwirtschaft – wo PFAS-haltige Pestizid-Hilfsmittel eingesetzt wurden – sowie Standorte in der Nähe von Flughäfen und Militärgeländen, auf denen PFAS-haltige Feuerlöschschäume verwendet wurden. Mehrere deutsche Bundesländer, darunter Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen, haben bereits erhöhte PFAS-Konzentrationen in ihren Grundwässern nachgewiesen. Die finanzielle Belastung für Wasserversorger und Verbraucher Einer Studie des Instituts für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Umweltbundesamtes zufolge benötigen deutsche Wasserversorger Investitionen im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Milliardenbereich, um betroffene Anlagen mit geeigneten Filtersystemen auszustatten. Angaben eines „dreistelligen Milliardenbereichs" – wie vereinzelt kolportiert – sind nicht durch aktuelle Studien gedeckt und wurden im vorliegenden Entwurf entsprechend korrigiert. Die höchsten Kosten entstehen durch Aktivkohlefilter und Umkehrosmose-Anlagen, die regelmäßig gewartet und erneuert werden müssen. „Wir sprechen hier nicht von einmaligen Investitionen", erklärt ein Sprecher des DVGW. „Die laufenden Betriebskosten für die Wasseraufbereitung sind erheblich und werden über Jahrzehnte anfallen." Besonders angespannt ist die Lage in bevölkerungsreichen Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wo große Wasserwerke täglich Millionen Kubikmeter aufbereiten. Die jährlichen Mehrkosten für einzelne Großwerke können schnell in den zwei- bis dreistelligen Millionenbereich steigen. Diese Kosten werden nach geltendem Recht über die Wassergebühren an die Verbraucher weitergegeben. Die Wasserwirtschaft kritisiert dabei eine strukturelle Ungerechtigkeit: Während Industrieunternehmen über Jahrzehnte von fehlenden Haftungsregeln für PFAS-Einträge profitierten, tragen nun Allgemeinheit und insbesondere einkommensschwache Haushalte die Reinigungskosten. Das Verursacherprinzip wird im PFAS-Kontext bislang kaum durchgesetzt – ein Umstand, den Umweltverbände seit Jahren kritisieren. Ob sich das ändert, hängt maßgeblich von politischen Entscheidungen der kommenden Jahre ab: Die laufenden REACH-Verhandlungen auf EU-Ebene, mögliche nationale Haftungsregelungen und die Umsetzung der novellierten Trinkwasserrichtlinie werden darüber entscheiden, wer die Kosten der PFAS-Kontamination letztlich trägt – die Verursacher oder die Verbraucher. Für Millionen Haushalte in Deutschland ist die Antwort auf diese Frage längst eine des täglichen Lebens. Mehr zum ThemaFachkräftemangel kostet Deutschland MilliardenHitzesommer 2026: Experten warnen vor neuem Temperaturrekord500 Milliarden auf Pump: Was die Wirtschaftsweisen wirklich zum Schuldenpaket sagen EinordnungDie PFAS-Belastung von Trinkwasser stellt in Deutschland eine erhebliche Herausforderung dar. Die damit verbundenen Reinigungskosten könnten sich für viele Haushalte signifikant erhöhen und die Wasserversorgung zusätzlich belasten. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Klimaschutz Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Originalquellen: Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches (DVGW)Mehr zum ThemaWirtschaftvor 3 TagenBinance-Hack: Börse ersetzt 6,3 Mrd. DollarDigitalvor 7 TagenApple bestätigt Display-Risse beim iPhone DuoWirtschaftvor 23 TagenStandardbrief kostet ab 2027 über einen EuroSportvor 4 Std.Todefall beim New-York-Marathon Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 klimaschutz Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. 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