ZenNews24› Gesellschaft› Kroatien: Kommunen dürfen ab sofort Alkoholverbot… Gesellschaft Kroatien: Kommunen dürfen ab sofort Alkoholverbote in Urlaubsorten verhängen Kroatien erlaubt Kommunen, nächtliche Alkoholverkaufsverbote zu verhängen – drei Urlaubsorte machen bereits den Anfang. Von ZenNews24 Redaktion 31.05.2026, 17:35 Uhr 4 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Das Wichtigste in Kürze Kroatien geht mit einer Gesetzesnovelle gezielt gegen nächtliche Alkoholexzesse in Urlaubsorten vorStädte und Gemeinden erhalten damit die rechtliche Befugnis, den Verkauf von Alkohol in den Abend- und Nachtstunden eigenständig zu untersagenDie Änderung ist das Ergebnis jahrelanger Debatten über… Kroatien geht mit einer Gesetzesnovelle gezielt gegen nächtliche Alkoholexzesse in Urlaubsorten vor. Städte und Gemeinden erhalten damit die rechtliche Befugnis, den Verkauf von Alkohol in den Abend- und Nachtstunden eigenständig zu untersagen. Die Änderung ist das Ergebnis jahrelanger Debatten über Overtourismus, Lärmbelästigung und schwindende Lebensqualität in populären Ferienzielen. Drei bekannte Urlaubsorte haben bereits angekündigt, die Regelung umzusetzen – und befeuern damit die europäische Diskussion über nachhaltigen Tourismus. Neue Befugnisse für kroatische Kommunen Die kroatische Regierung hat eine Gesetzesnovelle verabschiedet, die Städten und Gemeinden erlaubt, eigenständig über Alkoholverkaufsverbote in ihren Gebieten zu entscheiden. Das Gesetz räumt lokalen Behörden die Autonomie ein, je nach regionalen Gegebenheiten unterschiedliche Regelungen zu treffen – ohne zentrale Vorgabe aus Zagreb. ▶ Auf einen BlickKroatien erlaubt Kommunen, nächtliche Alkoholverkäufe in Urlaubsorten zu verbieten.Die Regelung soll Overtourismus und Lärmbelästigung reduzieren.Drei Urlaubsorte planen die Umsetzung und befeuern die Diskussion über nachhaltigen Tourismus. Die Regelung betrifft primär den nächtlichen Verkauf von Spirituosen, Bier und Wein in Bars, Clubs und Einzelhandelsgeschäften. Kommunen legen selbst fest, ab welcher Uhrzeit Verkäufe untersagt sind. Denkbar sind moderate Beschränkungen ab Mitternacht ebenso wie umfassendere Regelungen, die bereits in den späten Abendstunden greifen. Wer gegen die kommunalen Verbote verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen – deren Höhe liegt ebenfalls im Ermessen der Gemeinden. Dass die Gesetzesänderung nicht zentral verordnet, sondern kommunal gesteuert wird, ist politisch bewusst gewählt: Sie ermöglicht eine differenzierte Antwort auf lokale Probleme und trägt den teils sehr unterschiedlichen Verhältnissen in Küstenorten, Inseln und Binnenstädten Rechnung. Erste Urlaubsorte setzen Regeln um Drei der meistbesuchten Urlaubsorte Kroatiens haben bereits erklärt, von der neuen Befugnis Gebrauch zu machen. Sie alle verbindet eine ähnliche Vorgeschichte: Partytourismus, der in den Sommermonaten zu erheblichen Spannungen zwischen Reisenden und Einheimischen geführt hat. Mit Alkoholverboten wollen diese Gemeinden das Zusammenleben verbessern und ihr Ortsbild langfristig schützen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Ob die Maßnahmen wirken, wird die konkrete Umsetzung zeigen. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern deuten darauf hin, dass Alkoholverkaufsverbote messbare Effekte erzielen können – allerdings nur dann, wenn sie konsequent durchgesetzt und durch ergänzende Maßnahmen flankiert werden. Dazu zählen etwa verstärkte Polizeipräsenz, klare Regeln für Gastronomiebetriebe und Sensibilisierungskampagnen für Urlauber. Die Tourismusbranche reagiert gespalten. Kleine Familienbetriebe und Anwohner begrüßen die Neuregelung mehrheitlich. Teile der Nachtgastronomie hingegen befürchten Umsatzeinbußen und warnen vor einer Verlagerung des Partygeschehens in weniger regulierte Gebiete – ein Effekt, den Experten aus ähnlichen Maßnahmen in Spanien bereits dokumentiert haben. Mehr zur Debatte über Overtourismus und Gegenmaßnahmen in europäischen Städten lesen Sie in unserem Hintergrundstück. Unterschiedliche Herangehensweisen in Europa Kroatien folgt einem Trend, der sich in mehreren europäischen Urlaubsdestinationen abzeichnet. In Spanien haben die Balearen und die Kanarischen Inseln bereits Alkoholverkaufsbeschränkungen eingeführt und dabei auch Mindestpreise für Getränke festgelegt. Ibiza und Magaluf galten jahrelang als Negativbeispiele für unkontrollierten Partytourismus – der politische Druck wuchs dort schon früher als anderswo. Griechenland diskutiert in Regionen wie Mykonos und Rhodos ähnliche Schritte, ohne bislang einheitliche gesetzliche Grundlagen geschaffen zu haben. Italien setzt in Städten wie Venedig und Florenz stärker auf Betretungsverbote für bestimmte Zonen und Kapazitätsobergrenzen als auf direkte Alkoholregulierung. Gemeinsam ist allen Ansätzen die Erkenntnis: Tourismus kann lokale Gemeinschaften stärken oder zerstören – je nachdem, wie er gesteuert wird. Einen ausführlichen Vergleich zwischen Griechenland und Kroatien als Reiseziele finden Sie in unserem Ratgeber. Hintergrund: Warum Alkoholverbote? Die Ursachen für die Gesetzesänderung sind vielschichtig. In den vergangenen zehn Jahren haben mehrere Entwicklungen die Lage in kroatischen Tourismusorten verschärft. Der Ausbau des Billigflugnetzes hat preiswertes Reisen aus Nordwesteuropa nach Dalmatien und Istrien erheblich erleichtert. Plattformen wie Instagram und TikTok haben einzelne Orte als Partyparadiese bekannt gemacht – mit direkter Wirkung auf die Art der Reisenden, die dort ankommen. Nach dem Ende der Corona-Pandemie erlebte Kroatien einen besonders starken Nachfrageschub, der die Infrastruktur vieler Küstenorte an ihre Grenzen brachte. Das Phänomen des Overtourismus beschreibt dabei nicht nur die schiere Menge an Besuchern, sondern auch deren Verhaltensweisen. Günstige Alkoholpreise in bestimmten Bars und Clubs zogen gezielt ein Publikum an, das primär zum Feiern reiste – weniger für kulturelle oder naturnahe Erlebnisse. Die Folgen: Lärm bis in die frühen Morgenstunden, Vermüllung öffentlicher Flächen, Vandalismus und eine wachsende Abneigung der einheimischen Bevölkerung gegenüber dem Tourismus insgesamt. Über die Entwicklung nachhaltigen Tourismus in Europa lesen Sie mehr in unserem Themenschwerpunkt. Ob Kroatiens kommunaler Ansatz langfristig Schule macht, bleibt abzuwarten. Die Gesetzesnovelle ist zunächst ein Signal: Lokale Gemeinschaften sollen wieder mehr Kontrolle über ihre eigene Entwicklung erhalten. Gelingt die Umsetzung in den ersten Pilotkommunen, dürfte der Druck auf weitere Urlaubsorte wachsen, ähnliche Regeln einzuführen – und könnte Kroatien zu einem Referenzmodell für nachhaltiges Tourismusmanagement in Europa werden. Mehr zum ThemaDuisburg und die Clans: Wie Strukturwandel, Parallelgesellschaften und Kontrollversagen eine Stadt in die Krise triebenCannabis Reisen Europa: Was ist wo erlaubt?Cannabis Gesetz Deutschland: Was seit April 2024 erlaubt ist EinordnungDie Gesetzesänderung in Kroatien zeigt den zunehmenden Fokus auf nachhaltigen Tourismus und die Notwendigkeit, lokale Lebensqualität in beliebten Urlaubsregionen zu schützen. Sie könnte als Vorbild für andere europäische Länder dienen, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Gesellschaft Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Mehr zum ThemaSportvor 4 Std.Todefall beim New-York-MarathonDigitalvor 15 Std.GTA 6 Preload startet am 12. 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