ZenNews24› Digital› Fall Collien Fernandes: SPIEGEL darf weiter über … Digital Fall Collien Fernandes: SPIEGEL darf weiter über »virtuelle Vergewaltigung« berichten OLG Hamburg erlaubt SPIEGEL-Berichterstattung über Fernandes-Vorwürfe – und zeigt, wie digitale Gewalt juristisch neu bewertet wird. Von ZenNews24 Redaktion 24.06.2026, 09:50 Uhr 1 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.06.2026 Zu diesem ThemaSexuelle Gewalt →In KürzeOLG Hamburg entschied, dass SPIEGEL weiterhin über Vorwürfe von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen berichten darf.Das Gericht bestätigte, dass Kernaussagen der Investigationen zulässig sind, untersagte aber zwei spezifische Formulierungen.Der Fall zeigt rechtliche Herausforderungen bei digitalen Übergriffen, für die es bislang wenig gefestigte Rechtsprechung gibt. Das Oberlandesgericht Hamburg hat entschieden, dass der SPIEGEL weiterhin über die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen berichten darf. Der Schauspieler und Moderator hatte versucht, durch einstweilige Verfügungen gegen die Berichterstattung vorzugehen – mit nur teilweisem Erfolg. Das Gericht bestätigte, dass die Kernaussagen der SPIEGEL-Investigationen zulässig sind, auch wenn zwei spezifische Formulierungen untersagt wurden. Der Fall berührt nicht nur klassische medienrechtliche Fragen, sondern wirft auch ein Schlaglicht darauf, wie digitale Übergriffe und virtuelle Gewalt in der heutigen Gesellschaft rechtlich eingeordnet werden. Die Vorwürfe gegen Ulmen umfassen Aspekte, die eng mit modernen Kommunikationstechnologien und digitalen Plattformen verknüpft sind – ein Bereich, für den deutsche Gerichte bislang kaum gefestigte Rechtsprechung besitzen. ▶ Auf einen BlickDas Gericht erlaubt dem SPIEGEL, über die Vorwürfe von Collien Fernandes zu berichten.Der Fall zeigt die rechtlichen Herausforderungen bei digitalen Übergriffen.Die Berichterstattungsfreiheit von Medien wird gestärkt. Gerichtsurteil bestätigt Berichterstattungsfreiheit Das Hamburger Oberlandesgericht hat klargestellt, dass Medienunternehmen bei der Berichterstattung über Personen des öffentlichen Lebens erhebliche Freiheiten genießen. Christian Ulmen hatte gegen mehrere Formulierungen im SPIEGEL-Artikel Einspruch erhoben und deren Untersagung beantragt. Die Richter folgten diesem Ansinnen jedoch nicht vollumfänglich. Sie befanden, dass die Hauptvorwürfe von Collien Fernandes – selbst Schauspielerin und Moderatorin – von öffentlichem Interesse sind und damit der presserechtlichen Veröffentlichung standhalten. Grundsätzlich gilt im deutschen Presserecht: Je stärker eine Person im öffentlichen Leben steht, desto weiter reicht die Befugnis der Medien zur kritischen Berichterstattung. Aussagen müssen dabei entweder faktisch belegbar oder klar als Meinungsäußerung erkennbar sein. Im vorliegenden Fall befand das Gericht, dass die SPIEGEL-Berichterstattung diese Grenzen einhält – mit Ausnahme zweier Formulierungen, deren genauen Wortlaut das Gericht in seiner Urteilsbegründung nicht öffentlich benannte. Diese Praxis ist im Presserecht üblich, um den untersagten Aussagen keine zusätzliche Verbreitung zu verschaffen. Für den SPIEGEL bedeutet das Urteil faktisch einen Erfolg: Die inhaltliche Substanz der Investigativberichterstattung wurde bestätigt. Für Ulmen hingegen bleibt ein Teilerfolg, da zumindest zwei Formulierungen künftig nicht mehr verwendet werden dürfen. Wie sich das Verfahren weiterentwickelt – etwa ob Ulmen Berufung einlegt oder weitere Klagen folgen – bleibt offen. Was bedeutet »virtuelle Vergewaltigung« aus technischer Perspektive? Der Begriff »virtuelle Vergewaltigung« bezeichnet sexuelle Übergriffe, die in digitalen Räumen stattfinden – etwa in Metaversen, Online-Rollenspielen oder anderen immersiven Plattformen. Auch wenn im konkreten Fall Fernandes/Ulmen keine VR-Umgebung im technischen Sinne beschrieben wird, hat der Begriff durch diesen Fall eine breitere öffentliche Debatte ausgelöst, die eine technische Einordnung notwendig macht. In virtuellen Welten agieren Nutzerinnen und Nutzer über sogenannte Avatare – digitale Repräsentationen der eigenen Person. Diese Avatare können sich bewegen, miteinander interagieren und verschiedene Handlungen ausführen. Wird ein Avatar einer anderen Person ohne deren Zustimmung mit sexuellen Handlungen konfrontiert oder zu solchen gezwungen, spricht man von einem virtuellen Übergriff. Die fehlende Körperlichkeit schließt dabei psychische Verletzungen nicht aus: Forschungsarbeiten, etwa vom Virtual Human Interaction Lab der Stanford University, belegen, dass das menschliche Gehirn virtuelle Erfahrungen in immersiven Umgebungen ähnlich verarbeitet wie reale Erlebnisse. Technische Schutzmechanismen auf modernen Plattformen Führende Metaverse- und VR-Plattformen haben auf den wachsenden Druck reagiert und verschiedene Sicherheitsfunktionen implementiert. Die wichtigsten Mechanismen im Überblick: Plattform Sicherheitsfunktion Schutzradius / Bubble Meldungssystem Automatische Moderation Meta Horizon Worlds Personal Boundary Ca. 1,2 Meter (standardmäßig aktiv) Ja, In-App KI-gestützt VRChat Safe Mode / Block Konfigurierbar Ja, In-App + Discord Teilweise Roblox Automatische Inhaltsfilter Nicht vorhanden Ja, dediziertes Team Umfangreich Decentraland Block- und Mute-Funktion Nicht standardisiert Community-basiert Begrenzt Second Life Ban Lines / Parcel-Schutz Eigentümerabhängig Ja, seit 2003 Gering Trotz dieser Maßnahmen berichten Nutzerinnen und Nutzer regelmäßig von Belästigungserfahrungen in virtuellen Räumen. Ein strukturelles Problem: Viele Plattformen setzen auf reaktive Moderation statt auf präventive technische Barrieren. Zudem fehlt eine einheitliche gesetzliche Regulierung – sowohl auf EU-Ebene als auch im deutschen Recht. Der Fall Fernandes macht deutlich, dass Gesetzgeber, Plattformbetreiber und Gerichte dringend gemeinsame Standards für digitale Gewalt entwickeln müssen – bevor die rasant wachsende Verbreitung immersiver Technologien die Rechtslücken weiter vergrößert. EinordnungDas Urteil verdeutlicht die rechtlichen Grauzonen bei Online-Belästigung und die Bedeutung der Berichterstattungsfreiheit. Es zeigt, wie Gerichte mit neuen Formen der Gewalt in der digitalen Welt umgehen. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Technologie Mehr zum ThemaKI: Anthropic informiert offenbar Bankenaufsicht über neue RisikenSmartphone als Spiegel: Kamera-Spiegel-Trick der wirklich funktioniertReaktionszeit testen: Was dein Wert über Konzentration und Alter verrät Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Originalquellen: Oberlandesgericht HamburgMehr zum ThemaSportvor 4 Std.Todefall beim New-York-MarathonDigitalvor 15 Std.GTA 6 Preload startet am 12. NovemberGesellschaftgesternRentner bekommen 2027 bis zu 4,1 Prozent mehrInternationalgesternTrump stoppt Militärhilfe für Israel vorzeitig Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 technologie Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. 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