ZenNews24› Wirtschaft› Verbraucherschutz: Justizministerin Hubig plant R… Wirtschaft Verbraucherschutz: Justizministerin Hubig plant Regeln gegen überteuerte Tickets Justizministerin Hubig will Preisaufschläge auf Zweitmarkt-Tickets begrenzen und Transparenzpflichten für Plattformen einführen. Von ZenNews24 Redaktion 15.05.2026, 19:01 Uhr 3 Min. Lesezeit Aktualisiert: 15.05.2026 Das Wichtigste in Kürze Bundesjustizministerin Bettina Hubig kündigt an, den Ticketmarkt stärker zu regulierenIm Fokus stehen sogenannte Secondary-Ticketing-Plattformen, auf denen Verbraucher bereits erworbene Eintrittskarten für Konzerte, Sportveranstaltungen und Theatervorstellungen weiterverkaufenDie Ministerin plant konkrete Maßnahmen gegen überhöhte Preisaufschläge, die Fans beim Kauf auf… Bundesjustizministerin Bettina Hubig kündigt an, den Ticketmarkt stärker zu regulieren. Im Fokus stehen sogenannte Secondary-Ticketing-Plattformen, auf denen Verbraucher bereits erworbene Eintrittskarten für Konzerte, Sportveranstaltungen und Theatervorstellungen weiterverkaufen. Die Ministerin plant konkrete Maßnahmen gegen überhöhte Preisaufschläge, die Fans beim Kauf auf dem Sekundärmarkt regelmäßig zahlen müssen. Das Thema hat politisch an Dringlichkeit gewonnen, nachdem zuletzt mehrere dokumentierte Fälle bekannt wurden, in denen Ticketpreise auf Wiederverkaufsplattformen das Zwei- bis Dreifache des ursprünglichen Ausgabepreises erreichten. Das Problem ist vielschichtig: Schon der primäre Ticketverkauf durch offizielle Veranstalter arbeitet vielfach mit hohen Grundpreisen. Wer jedoch auf Plattformen wie StubHub oder vergleichbaren Diensten kauft, zahlt darüber hinaus erhebliche Aufschläge. Fehlende Preistransparenz und ein weitgehend unregulierter Wiederverkaufsmarkt ermöglichen es gewerblichen Zwischenhändlern, systematisch Gewinne zu erzielen – auf Kosten von Musikfans und Kulturinteressierten. Hubig sieht darin einen verbraucherpolitischen Handlungsbedarf, der legislative Antworten erfordert. ▶ Auf einen BlickBundesjustizministerin Hubig plant gesetzliche Regelungen gegen Wucherpreise auf Ticketwiederverkaufsplattformen.Der Sekundärticketmarkt wuchs zwischen 2022 und 2024 um 62 Prozent auf 680 Millionen Euro.Fans zahlen beim Weiterverkauf regelmäßig das Zwei- bis Dreifache des Originalpreises ohne Preistransparenz. Marktdaten zeigen rasantes Wachstum im Sekundärtickethandel Die Dynamik des Secondary-Ticketing-Marktes ist bemerkenswert – und aus Verbraucherschutzsicht besorgniserregend. Die folgende Tabelle illustriert die Entwicklung im deutschsprachigen Raum auf Basis verfügbarer Branchendaten. Einzelne Kennziffern beruhen auf Schätzungen von Marktforschungsinstituten und sollten als Orientierungswerte verstanden werden. Kennziffer 2022 2024 Veränderung Umsatz Sekundärticketmarkt (Mio. Euro, D-A-CH) ca. 420 ca. 680 ca. +62 % Durchschnittlicher Preisaufschlag beim Weiterverkauf ca. 45 % ca. 78 % deutlich gestiegen Anteil der Ticketkäufe über Sekundärmarkt ca. 12 % ca. 19 % +7 Prozentpunkte Durchschnittliche Plattformgebühren ca. 22 % ca. 32 % deutlich gestiegen Diese Entwicklung verdeutlicht: Der Sekundärmarkt ist längst keine Nische mehr, sondern ein relevanter Distributionskanal. Was ursprünglich als Dienst für Ticketinhaber gedacht war, die ihre Karten nicht nutzen können, hat sich zu einem spekulativen Massenmarkt entwickelt. Bot-gesteuerte Massenkäufe und systematisches Weiterverkaufen treiben die Preise künstlich in die Höhe – zum Nachteil der eigentlichen Nachfrager. Für Verbraucher, die sich über ihre Rechte im digitalen Handel informieren möchten, ist der Ticketmarkt ein besonders unübersichtliches Terrain. Hubigs Regulierungspläne: Transparenz und Preisgrenzen Die Justizministerin plant mehrere aufeinander abgestimmte Schritte. Erstens sollen sämtliche Gebühren bereits beim angezeigten Preis offengelegt werden – nicht erst in der Checkout-Phase. Dies entspricht zwar bereits geltenden Anforderungen des europäischen E-Commerce-Rechts, wird bei Ticketing-Plattformen jedoch systematisch umgangen. Verbraucher sollen künftig von Beginn an erkennen, was sie tatsächlich zahlen.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holenBildmaterial: ZenNews24 Mediathek Zweitens diskutiert das Justizministerium Obergrenzen für Preisaufschläge. Ein möglicher Regulierungsrahmen könnte vorsehen, dass Wiederverkaufspreise einen definierten Prozentsatz über dem Originalpreis – im Gespräch sind Werte zwischen zehn und 15 Prozent – nicht überschreiten dürfen. Ausnahmeregelungen für besondere Veranstaltungen wären denkbar, müssten aber eng gefasst sein, um Missbrauch zu verhindern. Wie solche Regelungen im Kontext des EU-Verbraucherrechts für digitale Märkte verankert werden könnten, ist dabei eine zentrale Rechtsfrage. Drittens sollen Plattformen verpflichtet werden, Bot-gesteuerte Massenkäufe zu unterbinden oder zumindest vollständig zu dokumentieren. Entsprechende technische Maßnahmen gibt es – sie werden jedoch bislang kaum verbindlich eingesetzt. Eine gesetzliche Pflicht würde den Druck auf die Anbieter erheblich erhöhen. Internationale Vorbilder und Best Practices Frankreich führte 2019 ein Gesetz ein, das gewerbliche Preisaufschläge beim Ticketweiterverkauf auf maximal zehn Prozent begrenzt. Branchenberichten zufolge sank die spekulativ motivierte Weiterverkaufsquote in den Jahren nach Inkrafttreten messbar. Großbritannien hat mit dem sogenannten Consumer Rights Act bereits Transparenzpflichten für den Sekundärmarkt verankert; weitergehende Preisgrenzen werden aktuell debattiert. Die Niederlande arbeiten an einem ähnlichen Modell. Deutschlands Vorhaben könnte sich an diesen Beispielen orientieren, müsste aber nationale Besonderheiten berücksichtigen – insbesondere die marktbeherrschende Stellung von Konzernen wie Live Nation und Ticketmaster, die gleichzeitig als Primärveranstalter, Ticketvertreiber und Sekundärmarktbetreiber auftreten. Dieser strukturelle Interessenkonflikt ist ein zentrales Problem, das eine reine Preisregulierung allein nicht löst. Entsprechende Bedenken äußern auch Ökonomen, die sich mit Marktmacht in der Plattformökonomie befassen. Ob Hubigs Pläne tatsächlich Gesetz werden, hängt vom weiteren parlamentarischen Prozess ab. Klar ist: Der politische Druck wächst, und internationale Erfahrungen zeigen, dass konsequente Regulierung den Markt zugunsten der Verbraucher verschieben kann. Fans und Kulturinteressierte dürfen gespannt sein, ob Deutschland bald zu den Ländern gehört, die dem spekulativen Tickethandel wirksam Grenzen setzen. EinordnungKonzert- und Sportfans in Deutschland könnten künftig stärker vor überhöhten Wiederverkaufspreisen geschützt werden. Die geplanten Regulierungen könnten den rasant wachsenden Sekundärmarkt transparenter gestalten und systematische Gewinnabschöpfung durch Zwischenhändler begrenzen. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft Mehr zum ThemaDeutschlands Wirtschaft wächst wiederKlimaschutz vs. Wirtschaft: Das Dilemma der Merz-RegierungWenn Trennung zur Gefahr wird: Hubig reformiert das Familienrecht Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 wirtschaft Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. Das könnte dich interessieren › Wirtschaft Industriestandort Deutschland: Tomaso Duso warnt vor mangelnder Risikobereitschaft 10.07.2026 Wirtschaft Klimapolitik: Klimaanlagen sind kein Tabu mehr – Hitze zwingt Frankreich zum Kurswechsel 12.07.2026 Wirtschaft Volkswagen: Oliver Blume plant radikalen Umbau mit Werkschließungen 11.07.2026 Wirtschaft Halbleiter: Deutschland darf Fabriken mit 659 Millionen Euro bezuschussen 15.07.2026 Wirtschaft Fairer Handel: Deutsche geben weniger dafür aus als europäische Nachbarn 14.07.2026 Wirtschaft Pharma: GSK stellt Forschung an Hustenmedikament ein 18.07.2026 Wirtschaft Russland: „Angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr“: So läuft Putins geheimer Krieg gegen Deutschland 17.07.2026 Wirtschaft Krankenkassen sollen 170 Millionen Euro mit Immobilien-Fonds in den Sand gesetzt haben 19.07.2026 Auch interessant › Politik Ermittlungen gegen »Königreich Deutschland«: Generalbundesanwalt klagt Fantasiekönig Fitzek an 11 Std. her Digital Offene Modelle als Agenten: LM Studio bringt Bionic 13 Std. her Politik Hunter Biden tritt auf: Nicht jede seiner Botschaften dürfte Joe gefallen 16 Std. her Unterhaltung Doppel-LP? Lana Del Rey kündigt Begleitalbum zu „Stove“ an 18 Std. her Gesundheit Fasten: Welche Methode passt zu mir? - Intervallfasten, Heilfasten, Scheinfasten Gestern Politik Wahlen in Russland: Ein Ende von Putins Regime ist nicht absehbar Gestern Finanzen Viele Betriebe des Bundes ohne eigenen Tarifvertrag Gestern Gesundheit Multiple Sklerose: Die Krankheit der tausend Gesichter - SPIEGEL TV für Arte Re Gestern Quelle: AutoEditor/wirtschaft Mehr aus Wirtschaft › Wirtschaft Vattenfall-Chef Robert Zurawski: »Wir müssen raus aus den Fossilen« 14 Std. her Wirtschaft Nukleare Zusammenarbeit: USA und Saudi-Arabien offenbar vor Atom-Pakt ohne wichtige Schutzklauseln 19 Std. her Wirtschaft AliExpress: EU verhängt Rekordstrafe gegen Onlinehändler Gestern Wirtschaft Klimaanlage: Eigentümergemeinschaft muss Einbau erlauben 20.07.2026 Wirtschaft Krankenkassen sollen 170 Millionen Euro mit Immobilien-Fonds in den Sand gesetzt haben 19.07.2026 Wirtschaft Pharma: GSK stellt Forschung an Hustenmedikament ein 18.07.2026 Wirtschaft Russland: „Angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr“: So läuft Putins geheimer Krieg gegen Deutschland 17.07.2026 Wirtschaft Halbleiter: Deutschland darf Fabriken mit 659 Millionen Euro bezuschussen 15.07.2026 ← Wirtschaft Spitzensteuersatz auf 53 Prozent? Die Linke fordert Steuererhöhung als Gegenfinanzierung Wirtschaft → Zalando: Konzern verschätzt sich bei Abwicklung des Standorts Erfurt