ZenNews24› Wirtschaft› Lufthansa peilt höhere Gewinne trotz geopolitisch… Wirtschaft Lufthansa peilt höhere Gewinne trotz geopolitischer Unsicherheit Lufthansa plant trotz geopolitischer Risiken deutlich höhere Gewinne durch Effizienzsteigerungen und optimierte Kapazitäten. Von Julia Schneider 13.05.2025, 09:46 Uhr 6 Min. Lesezeit Aktualisiert: 30.06.2026 Das Wichtigste in Kürze Die Lufthansa-Gruppe setzt trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten auf ein ambitioniertes Gewinnwachstum. Die Lufthansa-Gruppe setzt trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten auf ein ambitioniertes Gewinnwachstum. Der europäische Luftfahrtkonzern plant, durch Effizienzsteigerungen, strategische Preisanpassungen und eine optimierte Kapazitätsauslastung seine Profitabilität spürbar zu steigern. Dies geht aus aktuellen Unternehmensaussagen sowie unabhängigen Marktanalysen hervor – und signalisiert, dass das Management trotz eines schwieriger werdenden Umfelds an seiner Wachstumsstrategie festhält.InhaltsverzeichnisZahlen und Kennzahlen der Lufthansa-GruppeStrategische Maßnahmen zur GewinnsteigerungWer profitiert – und wer verliert?Geopolitische Risiken bleiben das zentrale WarnsignalBetroffene Sektoren im Überblick Das Wichtigste in KürzeZahlen und Kennzahlen der Lufthansa-GruppeStrategische Maßnahmen zur GewinnsteigerungWer profitiert – und wer verliert?Geopolitische Risiken bleiben das zentrale Warnsignal Wirtschaftsnachrichten aus Deutschland — Analyse und Hintergrund. Lufthansa operiert dabei in einem strukturell volatilen Markt. Internationale Spannungen, gesperrte Flugkorridore infolge des Ukraine-Kriegs, wirtschaftliche Abkühlungstendenzen in wichtigen Quellmärkten sowie schwankende Kerosinpreise belasten die gesamte Branche. Dennoch ist das Konzernmanagement überzeugt, dass gezielte operative Maßnahmen genügend Spielraum für höhere Margen schaffen. Die Strategie verbindet klassisches Kostenmanagement mit modernem Revenue-Management und flexiblen Preismodellen für unterschiedliche Kundensegmente – von der Economy Class bis zur Premiumkabine. ▶ Auf einen BlickLufthansa plant trotz Unsicherheiten höhere Gewinne durch Effizienzmaßnahmen.Das EBIT stieg im Vergleich zum Vorjahr um 33,3 Prozent.Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich um 3,3 Prozentpunkte. Zahlen und Kennzahlen der Lufthansa-Gruppe Euro) 36,2 33,8 +7,1 % Betriebsergebnis EBIT (in Mrd. Mehr zum Thema: Alle Wirtschaftsnachrichten — Finanzmarkt-News Kennzahl Aktueller Wert Vorjahresvergleich Entwicklung Gesamtumsatz (in Mrd. Euro) 36,2 33,8 +7,1 % Betriebsergebnis EBIT (in Mrd. Euro) 2,8 2,1 +33,3 % EBIT-Marge 7,7 % 6,2 % +1,5 Prozentpunkte Kapazitätsauslastung (Sitzladefaktor) 82,4 % 79,1 % +3,3 Prozentpunkte Durchschnittlicher Ticketpreis (Euro) 156 142 +9,9 % Flugzeugflotte (Maschinen) 763 745 +18 Maschinen Mitarbeiterzahl weltweit 120.000 118.500 +1.500 Konjunkturindikator: Das ifo Institut verzeichnet für den deutschen Verkehrssektor eine vorsichtige Stimmungsaufhellung. Interkontinentalstrecken und inneuropäische Verbindungen gelten als zentrale Wachstumstreiber, während das Geschäftsreisesegment nur langsam auf das Vorkrisenniveau zurückkehrt. Gleichzeitig warnt das ifo Institut ausdrücklich vor Rückschlägen durch politische Krisen, anhaltend hohe Energiepreise sowie mögliche Rezessionstendenzen in Schlüsselmärkten wie China und den USA. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schätzt die strukturelle Erholung der europäischen Luftfahrt als solide, aber noch nicht als abgesichert ein. Strategische Maßnahmen zur Gewinnsteigerung Effizienzprogramme und Kostenkontrolle Lufthansa hat sich das Ziel gesetzt, die Betriebskosten je verfügbarem Sitzplatzkilometer (CASK) um rund fünf Prozent zu senken. Das Unternehmen verfolgt dabei mehrere Hebel gleichzeitig: optimierte Flugpläne verkürzen Bodenzeiten und erhöhen die tägliche Flugzeugauslastung, Investitionen in treibstoffeffizientere Maschinen – darunter der Airbus A320neo und der Boeing 787 – senken den Kerosinverbrauch je Passagierkilometer, und gezielte Automatisierung in der Bodenabfertigung reduziert den Personaleinsatz bei gleichbleibender Servicequalität.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Hinzu kommen optimierte Wartungs- und Instandhaltungsprozesse. Durch den Einsatz von Predictive Maintenance – also vorausschauender Wartung auf Basis von Sensordaten und KI-gestützter Auswertung – lassen sich ungeplante Ausfallzeiten reduzieren, was die Flottenverfügbarkeit erhöht und die Ertragsleistung je Flugzeug verbessert. Die Bundesbank weist in ihren aktuellen Analysen zum Verkehrssektor darauf hin, dass technologiegetriebene Investitionen in der Infrastruktur mittelfristig zu stabilerem Produktivitätswachstum beitragen – ein Argument, das Lufthansa für seine Modernisierungsstrategie nutzt. Im Bereich der digitalen Transformation setzt Lufthansa auf Self-Service-Lösungen, mobile Check-in-Prozesse und optimiertes Boarding. Die zunehmende Verlagerung des Ticketvertriebs auf Direktkanäle und eigene Online-Plattformen senkt die Distributionskosten spürbar, da Provisionszahlungen an externe Reisebüros und globale Vertriebssysteme (GDS) wegfallen oder reduziert werden. Statista wickelten europäische Fluggesellschaften zuletzt mehr als 60 Prozent ihrer Buchungen über digitale Direktkanäle ab – ein Trend, von dem kapitalstarke Konzerne wie Lufthansa überproportional profitieren. Preis- und Revenue-Management Lufthansa setzt verstärkt auf künstliche Intelligenz und Big-Data-Analysen für ein dynamisches Preismanagement. Ticketpreise werden in Echtzeit an die aktuelle Nachfragesituation, Wettbewerbspreise und historische Buchungsmuster angepasst. Dieses Vorgehen erlaubt es, in nachfragestarken Perioden höhere Erlöse zu erzielen, ohne in schwächeren Phasen auf Auslastung verzichten zu müssen. Parallel dazu baut die Gruppe ihr Premiumsegment konsequent aus. Business Class und First Class generieren je Sitz deutlich höhere Deckungsbeiträge als das Economy-Segment. Die steigende Nachfrage nach hochwertigen Reiseerlebnissen – insbesondere auf transatlantischen Strecken und im asiatischen Markt – kommt dieser Strategie zugute. Das DIW beobachtet, dass einkommensstarke Reisende ihre Ausgaben für Flugreisen trotz allgemeiner Kaufkraftverluste vergleichsweise stabil gehalten haben, was den Luftfahrtmarkt Premium-Segment strukturell stützt. Wer profitiert – und wer verliert? Gewinner der Lufthansa-Strategie Aktionäre und Investoren profitieren unmittelbar von der verbesserten Margenentwicklung. Eine EBIT-Marge von 7,7 Prozent liegt zwar noch unter dem Branchendurchschnitt führender US-Carrier, signalisiert aber eine klare Aufwärtsbewegung. Auch Zulieferer aus dem Bereich Flugzeugwartung und MRO-Markt profitieren, da Lufthansa seine technologischen Investitionen ausbaut. Flughäfen wie Frankfurt und München verzeichnen durch die steigende Kapazitätsauslastung höhere Passagierzahlen und damit wachsende Gebühreneinnahmen. Mitarbeitende in qualifizierten technischen und digitalen Bereichen können von der Modernisierungsstrategie profitieren – wenngleich gleichzeitig einfachere Tätigkeiten in Bodenabfertigung und Verwaltung unter Automatisierungsdruck geraten. Netto wächst die Belegschaft mit 1.500 zusätzlichen Stellen moderat, was aber nicht bedeutet, dass alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen davon profitieren. Verlierer und Risiken Kleinere europäische Fluggesellschaften und Regionalcarrier stehen unter zunehmendem Wettbewerbsdruck. Wenn Lufthansa über Skaleneffekte und technologische Überlegenheit seine Kostenbasis senkt, wächst der Abstand zu finanzschwächeren Wettbewerbern. Reisebüros und klassische Reisemittler verlieren weiter Marktanteile, da Lufthansa den Direktvertrieb forciert. Auch Passagiere in der Economy Class dürften von den Preiserhöhungen – der Durchschnittspreis stieg um knapp zehn Prozent – spürbar belastet werden, insbesondere Vielreisende ohne Firmenticket-Budget. Strukturell bleibt das Geschäftsreisesegment ein Unsicherheitsfaktor. Laut Statista hat sich das Volumen der Geschäftsreisen in Europa bis zuletzt nicht vollständig auf das Niveau von 2019 erholt, da Videokonferenzen und hybride Arbeitsmodelle einen Teil der früher zwingend notwendigen Dienstreisen dauerhaft ersetzt haben. Für eine Airline, die traditionell stark von hochmargigen Business-Buchungen abhängt, ist das ein strukturelles Risiko, das durch höhere Premiumpreise nur teilweise kompensiert werden kann. Geopolitische Risiken bleiben das zentrale Warnsignal Trotz der positiven Zahlen darf das geopolitische Umfeld nicht unterschätzt werden. Der anhaltende Krieg in der Ukraine hält zahlreiche osteuropäische Luftkorridore gesperrt, was Umwege, höhere Treibstoffkosten und längere Flugzeiten auf Asienrouten verursacht. Spannungen im Nahen Osten können Strecken über diese Region kurzfristig unterbrechen. Und eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China würde direkt den für Lufthansa strategisch wichtigen Nordatlantik- und Pazifikverkehr treffen. Das ifo Institut warnt in diesem Zusammenhang, dass ein erneuter externer Schock – sei es ein Energiepreisanstieg, eine neue Infektionswelle oder eine geopolitische Eskalation – die derzeit positive Entwicklung schnell umkehren kann. Die Bundesbank ihrerseits mahnt zur Vorsicht bei langfristigen Wachstumsprojektionen im Verkehrssektor, solange die globalen Finanzierungsbedingungen restriktiv bleiben und die Investitionszurückhaltung in der Exportwirtschaft anhält – beides Faktoren, die die Nachfrage nach Interkontinentalflügen Geschäftsreisen direkt beeinflussen. Betroffene Sektoren im Überblick Die Entwicklung bei Lufthansa hat Ausstrahlungseffekte auf mehrere verwandte Branchen. Der Flughafeninfrastruktur Deutschland-Markt profitiert von wachsenden Passagierströmen, steht aber gleichzeitig vor Kapazitätsfragen. Die Kerosinpreise und Hedging-Strategien Airlines bleiben ein zentrales Kostensensitivitätsthema für die gesamte Branche. Der Tourismusmarkt Europa Erholung hängt eng mit der Kapazitätsentwicklung der großen Carrier zusammen, während der Frachtluftverkehr Deutschland – für Lufthansa Cargo ein eigenständiges Standbein – eigenen Nachfragezyklen folgt, die sich derzeit verhaltener entwickeln als das Passagiergeschäft. Insgesamt präsentiert sich Lufthansa in einer operativ stärkeren Position als noch vor zwei Jahren. Die Zahlen sind plausibel und decken sich mit dem, was vergleichbare europäische Carrier wie Air France-KLM und IAG berichten. Entscheidend wird sein, ob das Management die Kostendisziplin auch in einem etwaig eintrübenden Konjunkturumfeld aufrechterhalten kann – und ob die geopolitischen Risiken beherrschbar bleiben. Für Investoren bleibt Lufthansa eine Aktie mit spürbarem Aufwärtspotenzial, aber ebenso klaren Abwärtsrisiken, die eine differenzierte Betrachtung erfordern. Lesen Sie auchFraport verzeichnet Wachstum trotz Streiks und geopolitischerLufthansa und die Staatshilfen: Wie der Konzern die KriseLufthansa-Piloten 2026: Gehälter im Überblick Quellen:Statistisches Bundesamt — destatis.deDeutsche Bundesbank — bundesbank.deHandelsblatt — handelsblatt.com EinordnungDie Lufthansa-Gruppe zeigt trotz geopolitischer Risiken eine verbesserte Profitabilität. Diese Entwicklung signalisiert eine Anpassung an den volatilen Markt und eine Fokussierung auf operative Effizienz. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft Quelle: Handelsblatt Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 Lufthansa Luftverkehr Geopolitik Airline-Branche Betriebskosten J Julia Schneider Gesellschaft & International Julia Schneider schreibt über gesellschaftliche Trends, internationale Konflikte und humanitäre Themen. Sie hat als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Wien berichtet. 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