ZenNews24› Wirtschaft› Brexit: Zehn Jahre haben dem Handel massiv gescha… Wirtschaft Brexit: Zehn Jahre haben dem Handel massiv geschadet Zehn Jahre nach dem Brexit-Votum belegen neue IW-Berechnungen massive Handelsverluste – und entfachen die Debatte über einen Wiedereintritt neu. Von ZenNews24 Redaktion 21.06.2026, 14:23 Uhr 4 Min. Lesezeit Aktualisiert: 27.06.2026 Das Wichtigste in Kürze Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum zeigen sich die wirtschaftlichen Folgen des EU-Austritts Großbritanniens in vollem UmfangDas Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat in einer aktuellen Analyse ermittelt, dass der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien unter den neuen Handelshemmnissen… Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum zeigen sich die wirtschaftlichen Folgen des EU-Austritts Großbritanniens in vollem Umfang. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat in einer aktuellen Analyse ermittelt, dass der Handel zwischen Deutschland und Großbritannien unter den neuen Handelshemmnissen erheblich gelitten hat. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass eine Rückgängigmachung des Brexit aus ökonomischer Perspektive nach wie vor sinnvoll wäre – eine Position, die unter Ökonomen zunehmend Rückhalt findet. Die Analyse belegt, wie stark die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder durch Zollbestimmungen, regulatorische Hürden und administrative Anforderungen belastet worden sind. Was 2016 als politische Entscheidung getroffen wurde, erweist sich heute als messbare ökonomische Bürde für Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Dabei sind es nicht nur die großen Konzerne, die leiden – besonders mittelständische Exporteure spüren die Konsequenzen existenziell. ▶ Auf einen BlickDer Brexit hat den Handel zwischen Deutschland und Großbritannien massiv geschädigt.Das IW Köln zeigt deutliche Rückgänge im Handel beider Länder.Eine Rückgängigmachung des Brexit wäre aus ökonomischer Sicht nach wie vor wünschenswert. Die Bilanz: Zahlen, die für sich sprechen Deutsche Exporte nach Großbritannien sind im Vergleich zu den Prognosen aus der Vor-Brexit-Ära deutlich hinter den erwarteten Werten zurückgeblieben. Gleichzeitig verzeichnet das Vereinigte Königreich Handelsverluste, die das britische Bruttoinlandsprodukt spürbar belasten. Das IW Köln hat diese Entwicklung in detaillierten Szenarien nachgerechnet und kommt zu dem Schluss, dass die tatsächlichen Kosten die ursprünglichen Prognosen der Brexit-Befürworter deutlich übersteigen. Indikator Vor Brexit (Prognose) Aktuell (Realität) Abweichung Deutsche Exporte nach GB (Mrd. EUR/Jahr) 89,5 71,2 -20,4 % Britische Importe aus DE (Mrd. EUR/Jahr) 92,1 68,9 -25,2 % Bilateraler Wachstumsbeitrag (in Prozentpunkten) +1,8 -0,7 -2,5 Punkte Zusätzliche Compliance-Stellen Logistik (Tsd.) – +45 Reiner Kostenfaktor Zollkosten britische Exporte (Mio. EUR/Jahr) 0 2.840 Neu hinzugekommen Hinweis zur Einordnung: Die Exportzahlen basieren auf IW-Modellberechnungen, die ein kontrafaktisches Szenario ohne Brexit als Vergleichsbasis verwenden. Absolute Abweichungen von tatsächlichen Statistikwerten sind methodisch bedingt möglich. Die Richtung der Effekte gilt in der Wirtschaftsforschung als weitgehend unstrittig. Für deutsche Unternehmen – insbesondere im Automobilsektor, im Maschinenbau und in der Chemiebranche – bedeuten diese Zahlen konkret: höhere Kosten, längere Lieferketten und aufwendigere Geschäftsprozesse. Das ist keine abstrakte Statistik, sondern gelebter Alltag für Tausende Betriebe. Wer heute Waren nach Großbritannien exportiert, muss Ursprungszeugnisse, Konformitätsnachweise und zusätzliche Zolldokumente einreichen – ein bürokratischer Aufwand, der vor 2020 nicht existierte.📩Immer informiert bleibenDie wichtigsten Nachrichten, wenn sie erscheinen.Newsletter holen Brexit-Bilanz: Konjunkturindikator auf einen Blick BIP-Effekt Großbritannien: Kumulativ rund -4 % gegenüber einem Szenario ohne Brexit (IW Köln, Modellrechnung) Das Video „Großbritannien: Zwei Drittel der Briten bewerten EU-Austritt negativ" von Handelsblatt beleuchtet den Hintergrund zu diesem Thema. Es bietet wirtschaftliche Einblicke, die den Artikel mit visuellem Material ergänzen. Deutsche Wirtschaft: Direkter Effekt -0,3 bis -0,5 % des BIP-Wachstums Handelsumlenkung: Britische Importeure weichen vermehrt auf US-amerikanische und asiatische Anbieter aus Ausländische Direktinvestitionen in GB: Deutlich rückläufig gegenüber dem Vor-Brexit-Niveau Arbeitslosigkeit GB: Leichter Anstieg, der teilweise auf veränderte Migrationsmuster zurückgeführt wird Inflationseffekt: Zusätzliche Teuerung durch Zölle und Logistikkosten, Größenordnung umstritten Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln; Angaben basieren auf Modellszenarien, nicht auf amtlichen Statistiken. Automobilindustrie und Maschinenbau besonders vom Brexit betroffen Der deutsche Automobilsektor war traditionell einer der größten Nutznießer des britischen Marktes. Fahrzeuge von BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Audi zählten zu den meistverkauften Modellen auf der Insel. Seit dem Brexit müssen Hersteller nicht nur Zölle kalkulieren, sondern auch sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge britischen Typgenehmigungsvorschriften entsprechen – die seit dem Austritt schrittweise vom EU-Recht abweichen. Das erhöht den Entwicklungs- und Zertifizierungsaufwand erheblich. Zulieferer, die auf Just-in-time-Produktion setzten, mussten Lagerbestände aufbauen, um Grenzstaus und Zollverzögerungen abzufedern. Das bindet Kapital und verteuert die Produktion – Kosten, die letztlich entweder der Endkunde trägt oder die Marge drücken. Mehrere Zulieferbetriebe aus Baden-Württemberg und Bayern haben ihre Vertriebsstrukturen für den britischen Markt grundlegend umgebaut oder sich ganz zurückgezogen. Ähnlich sieht es im Maschinenbau aus. Britische Industriekunden, die deutsche Präzisionsmaschinen kaufen, müssen heute mit längeren Lieferzeiten und höheren Gesamtkosten rechnen. Für viele mittelständische Maschinenbauer war Großbritannien der zweit- oder drittwichtigste Exportmarkt. Dieser Stellenwert hat sich messbar verringert. Die strukturelle Entfremdung zweier eng verzahnter Volkswirtschaften schreitet damit Jahr für Jahr weiter voran – und die Kosten einer möglichen Annäherung wachsen mit ihr. Mehr zum ThemaBraunschweig: Angeklagte sollen über Jahre Menschen in Pflegeheim im Harz misshandelt habenInsolvenzwelle rollt: Mittelstand kämpft ums Überleben500 Milliarden auf Pump: Was die Wirtschaftsweisen wirklich zum Schuldenpaket sagen EinordnungDie Analyse des IW Köln belegt, dass der Brexit zu erheblichen Handelsverlusten für Deutschland und Großbritannien geführt hat. Dies unterstreicht die negativen ökonomischen Folgen der Entscheidung und verstärkt den Druck auf eine Neubewertung. ZZenNews24 RedaktionUnabhängige Nachrichtenredaktion · Schwerpunkt: Wirtschaft Teilen Teilen X Facebook WhatsApp Link kopieren Wie findest du das? 🔥 0 😲 0 🤔 0 👍 0 😢 0 wirtschaft Z ZenNews24 Redaktion Redaktion Die ZenNews24-Redaktion berichtet rund um die Uhr über die wichtigsten Ereignisse aus Deutschland und der Welt. Unsere Journalistinnen und Journalisten recherchieren, analysieren und ordnen ein — unabhängig und verlässlich. Das könnte dich interessieren › Wirtschaft Industriestandort Deutschland: Tomaso Duso warnt vor mangelnder Risikobereitschaft 10.07.2026 Wirtschaft Klimapolitik: Klimaanlagen sind kein Tabu mehr – Hitze zwingt Frankreich zum Kurswechsel 12.07.2026 Wirtschaft Volkswagen: Oliver Blume plant radikalen Umbau mit Werkschließungen 11.07.2026 Wirtschaft Halbleiter: Deutschland darf Fabriken mit 659 Millionen Euro bezuschussen 15.07.2026 Wirtschaft Fairer Handel: Deutsche geben weniger dafür aus als europäische Nachbarn 14.07.2026 Wirtschaft Pharma: GSK stellt Forschung an Hustenmedikament ein 18.07.2026 Wirtschaft Russland: „Angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr“: So läuft Putins geheimer Krieg gegen Deutschland 17.07.2026 Wirtschaft Krankenkassen sollen 170 Millionen Euro mit Immobilien-Fonds in den Sand gesetzt haben 19.07.2026 Auch interessant › Politik Ermittlungen gegen »Königreich Deutschland«: Generalbundesanwalt klagt Fantasiekönig Fitzek an 12 Std. her Digital Offene Modelle als Agenten: LM Studio bringt Bionic 13 Std. her Politik Hunter Biden tritt auf: Nicht jede seiner Botschaften dürfte Joe gefallen 17 Std. her Unterhaltung Doppel-LP? Lana Del Rey kündigt Begleitalbum zu „Stove“ an 19 Std. her Gesundheit Fasten: Welche Methode passt zu mir? - Intervallfasten, Heilfasten, Scheinfasten Gestern Politik Wahlen in Russland: Ein Ende von Putins Regime ist nicht absehbar Gestern Finanzen Viele Betriebe des Bundes ohne eigenen Tarifvertrag Gestern Gesundheit Multiple Sklerose: Die Krankheit der tausend Gesichter - SPIEGEL TV für Arte Re Gestern Quelle: AutoEditor/wirtschaft Mehr aus Wirtschaft › Wirtschaft Vattenfall-Chef Robert Zurawski: »Wir müssen raus aus den Fossilen« 15 Std. her Wirtschaft Nukleare Zusammenarbeit: USA und Saudi-Arabien offenbar vor Atom-Pakt ohne wichtige Schutzklauseln 20 Std. her Wirtschaft AliExpress: EU verhängt Rekordstrafe gegen Onlinehändler Gestern Wirtschaft Klimaanlage: Eigentümergemeinschaft muss Einbau erlauben 20.07.2026 Wirtschaft Krankenkassen sollen 170 Millionen Euro mit Immobilien-Fonds in den Sand gesetzt haben 19.07.2026 Wirtschaft Pharma: GSK stellt Forschung an Hustenmedikament ein 18.07.2026 Wirtschaft Russland: „Angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr“: So läuft Putins geheimer Krieg gegen Deutschland 17.07.2026 Wirtschaft Halbleiter: Deutschland darf Fabriken mit 659 Millionen Euro bezuschussen 15.07.2026 ← Wirtschaft Kurzarbeit steigt: 80.000 neue Anträge im Juni Wirtschaft → Interview mit Herfried Münkler: „Als Schutzmacht hat Trump die USA nachhaltig beschädigt“